Berufsschule: Das Berufsprofil der Zahntechnikerin/des Zahntechnikers
Berufsprofil

„Vom Zahnreißer zur Zahntechnikerin“ – die Ausbildung zum Zahntechniker heute

Wer in der Geschichte künstlich Zähne herstellte, betätigte sich auch als Zahnreißer, Barbier und als Geburtshelfer. Er war schon damals – und es handelte sich ausschließlich um Männer – vielseitig begabt und gefürchtet.

Das heutige Berufsbild hat sich gründlich gewandelt. Zahntechniker ist heute ein anerkannter Ausbildungsberuf, der in einem Handwerksbetrieb während einer 3 ½ jährigen Ausbildungszeit erlernt werden kann. Der Monoberuf ist keinem Berufsfeld zugeordnet. Die Berufsschule vermittelt die fachlichen Kompetenzen und verknüpft diese über den handlungsorientierten Ansatz mit den im Ausbildungsbetrieb erworbenen Fertigkeiten. Der berufsbezogene Unterricht wird durch Fächer mit allgemeinen Bildungsinhalten sowie einem Angebot von zwei Wahlpflichtfächern ergänzt.

Der detaillierte Lehrplan dieses Ausbildungsberufes ist inhaltlich und zeitlich auf den Rahmenlehrplan der Kultusministerkonferenz abgestimmt.

In der Abschlussprüfung, in der die Auszubildenden Fachwissen auf hohem Niveau unter Beweis stellen müssen, ist vor allem manuelle Geschicklichkeit erforderlich, um den technischen Anforderungen nach höchster Präzision des Zahnersatzes gerecht zu werden.

Die wichtigen Bestimmungen der Verordnung über die Zwischen- und Abschlussprüfung vom  Dezember 1997 finden Sie hier.

 

 

 

  

Was wir tun ...

Die Tätigkeit des Zahntechnikers umfasst verschiedene Aufgabenbereiche, dabei werden nur selten vorgefertigte Teile verwendet. Zahntechniker müssen daher aus verschiedenen Materialien (Metall, Kunststoff, Keramik, Wachs, etc.) unterschiedliche hochpräzise feinmechanische Werkstücke herstellen, die vom behandelnden Zahnarzt in den Mund des Patienten eingesetzt werden. Der Zahnersatz stellt somit ein individuelles Unikat für den jeweiligen Patienten dar.

Der Zahntechniker muss daher über handwerkliches Geschick, technisches Verständnis und künstlerisches Gestaltungstalent verfügen. Ferner ist ein Interesse an Naturwissenschaften (Chemie und Physik) sowie Medizin notwendig.

Zahntechniker fertigen Zahnersatz im Auftrag ihrer Kunden, der Zahnärzte, an. Dazu werden meist zuerst Gipsmodelle mit Hilfe vom Zahnarzt gelieferten Abformungen der Kiefer hergestellt. Diese Modelle sind die Basis für: 

  • Kronen, Brücken, Inlays oder herausnehmbaren Teilprothesen aus Edelmetall- oder Nichtedelmetalllegierungen, die vorwiegend durch zahntechnische Gussverfahren herstellt werden.
  • Verblendmaterialien aus Kunststoff oder keramischen Massen sorgen für ein natürliches Aussehen. Daneben gibt es die Möglichkeit Kronen und Brücken sowie Inlays auch ausschließlich aus Kunststoff oder Keramik herzustellen.
  • Für den zahnlosen Patienten fertigt der Zahntechniker Totalprothesen aus Kunststoff.
  • Zur Regulierung der Zahn- und Kieferverhältnisse fertigt der Zahntechniker kieferorthopädische Schienen oder Geräte.

Da der Zahntechniker nicht im direkten Kontakt mit dem Patienten arbeitet, setzt seine Arbeit einen engen Kontakt mit dem behandelnden Zahnarzt voraus. Dazu muss er auf die Fachsprache des Zahnarztes verstehen und über ein hohes Maß am theoretischen Wissen verfügen. Zahntechniker arbeiten überwiegend im gewerblichen Dentallabor, aber auch im Praxislabor, in der Zahnklinik und der Dentalindustrie. Nach der neuen Handwerksordnung können sich Zahntechniker/innen nach erfolgreich abgelegter Meisterprüfung im zulassungspflichtigen Zahntechnikerhandwerk selbstständig machen.

verfasst von: Thea Besteck und Karlheinz Böhles