|
|
|
Projekt:
Besuch der Stadtbibliothek Ludwigshafen

Eine im normalen Schulalltag neben den Hausaufgaben übliche Aufgabe ist
wohl die Hausarbeit bzw. das Referat. Die Reaktion der meisten Schüler
darauf ist einfach: der Besuch einer Suchmaschine z.B. Google.
Doch was, wenn die richtigen Informationen und die damit
verbundenen Antworten selbst nach stundenlangem Durchforsten der
Suchergebnisse nicht passend sind? Was ist zu tun, wenn die
erhofften Informationen nur ein von verschiedenen Nutzern des
Internets zusammengeschriebener Einheitsbrei mit dutzenden
Falschaussagen sind?
Welche Möglichkeiten hat unser hier zu Beginn erwähnter Schüler –
nennen wir ihn der
Einfachheit halber zunächst einmal Peter?
Die Erste ist wohl die Einfachste - aber entsprechend auch kaum zu
empfehlen: Er kopiert sich die Informationen aus diversen
Internetquellen einfach zusammen, so riskiert er Fehler und das
Fehlen richtiger Quellen, die „seine“ Aussagen stützen. Die
Folge wäre mit aller Wahrscheinlichkeit eine schlechte Zensur. Auch kostenpflichtige Angebote für bereits fertige Arbeiten gibt es im
Internet zuhauf: Entscheidet sich Peter dafür Geld auszugeben,
erhält er zwar evtl. eine ausgezeichnete Arbeit mit allem Drum
und Dran. Jedoch ist es nicht seine und er würde sich für den
Vortrag in eine fremde Arbeit einlesen müssen. Auch riskiert
Peter somit eine Nicht-Anerkennung wegen Betruges - sollte es eine
Facharbeit oder eine für einen Abschluss wichtige Arbeit sein.
|
 |
|
|
|
|
Die dritte Möglichkeit führt uns zum eigentlichen Thema dieses Textes:
Peter kann sich in der Bibliothek einige Bücher mit der passenden
Fachliteratur ausleihen und die wichtigsten Dinge herausschreiben.
Anschließend sortiert er die gefundenen Informationen und
gliedert sie. Fügt er die einzelnen Schnipsel an fundierten
Informationen nun zu einem Referat o. ä. zusammen, ist es im
Vergleich zu den oberen Szenarien wahrscheinlicher eine gute Note
zu bekommen, die er sich dann auch selbst erarbeitet hat.
Wie genau man mit Informationen umgeht, Bücher in einer Bibliothek
findet und die EDV-Software dieser verwendet durfte unsere Klasse
– die HBF C 11 der BBS
Technik 2 - am 17.08.2011 mithilfe einer Führung durch die
Stadtbibliothek von Ludwigshafen herausfinden.
Im Herzen der Stadtmitte befindet sich jene von uns besuchte Bibliothek,
die ihre Pforten pünktlich um 10 Uhr für uns öffnete.
Im Foyer der Stadtbibliothek angekommen, springen jedem Besucher 2 Dinge
sofort ins Auge: Zunächst sieht man eine mit Spinden bepflasterte
Wand, wo ein Besucher seine - in der Bibliothek nicht benötigten
- Habseligkeiten verstauen kann. Zum anderen befindet sich dort ein großer Empfang. An diesem können
neue Besucher sich Information holen, sich in der Bibliothek
anmelden, Bücher ausleihen oder zurückgeben. Hier begann auch
unsere Führung mit Herrn Lützow. Er erklärte uns den groben
Aufbau der Bibliothek und die Existenz zweier Mitgliedskarten. Ihm
zufolge gibt es eine Regionalkarte - im Folgenden
Premiummitgliedschaft genannt - mit der man für 20 Euro jährlich
vollen Zugang zu mehreren spezifischen Bibliotheken in einem
Verbund hat.
|
 |
|
|
|
|
Mit einer solchen Karte kommt man z. B. in die
Stadtbibliotheken von Ludwigshafen, Mannheim, Frankenthal und
anderen Städten der Umgebung – deren Auflistung den Rahmen
dieser Dokumentation wohl sprengen würde. Außerdem erhält man
dadurch Zugang zu einem speziellen Internetportal, auf das wir im
Laufe der Führung noch zu sprechen kamen. Es gibt aber auch eine
normale Mitgliedschaft mit der man wie aus allen Bibliotheken
gewohnt, einfach nur dasselbe machen kann wie in jeder anderen
Bibliothek auch: Bücher ausleihen. Aber auch ohne Mitgliedschaft
kann man in der Ludwigshafener Stadtbibliothek lesen. Entsprechend
war unser erstes Ziel der Magazinbereich. Keinesfalls zu
verwechseln mit dem bei uns an der HBF unterrichteten Fach
Magazin, ist der Bereich eher den Zeitschriften und anderen regelmäßig
erscheinenden Printmedien gewidmet. In diesem Bereich kann man
aktuelle Zeitschriften und Zeitungen lesen, die älteren auch
ausleihen (für einen solchen Fall ist jedoch wieder eine
Mitgliedschaft Voraussetzung). Nach einigen Minuten waren die Erläuterungen
zu diesem Raum vorbei und es ging in die eigentliche Bibliothek. Das wahre Heiligtum eines jeden solchen Gebäudes sind die Bücher.
|
 |
|
|
|
|
Meist
sind diese in einer bestimmten Art und Weise angeordnet, um eine
bessere Auffindbarkeit zu gewährleisten. Ob nun alphabetisch,
numerisch, nach der Zeit oder nach Themengebiet. Die
Ludwigshafener Stadtbibliothek hat ein System, das zunächst nach
Themengebiet, anschließend nach Unterkategorie und schließlich
nach dem Alphabet sortiert.
Zwischen all den Regalen mit Hunderten von Büchern, Vitrinen mit
besonders sehenswerten, alten oder historischen Dokumenten stehen
auch einige Computer mit dem bibliothekseigenen EDV-Programm. Mit
diesem System kann man unter anderem nachprüfen, ob Bücher im
Sortiment dieser Bibliothek vorhanden sind, wo sie liegen und
evtl. bis wann sie ausgeliehen sind. Wenn das gewünschte Buch -
oder bei einer Stichwortsuche aufgefundene Bücher vorhanden sind
- kann man mit einem
eigens dafür entwickelten Code die gesuchte Lektüre aufspüren
und sofort "drauf los schmökern" und blättern.
Weiter ging unsere kleine Führung durch die Bibliothek im anderen
Gebäude. Das Gebäude lebt von den Medien und hat von CDs über
Filme bis zu Blu-rays auch die Literatur zu den jeweiligen
Interpreten, Schauspielern und Sängern.
|
 |
|
|
|
|
Auch befindet sich dort ein weiterer Ort, wo wir an dem besagten Tag längere
Zeit verbringen sollten. In diesem Stockwerk befindet sich weiter hinten
eine Entspannungsecke und ein PC-Bereich. Im PC-Bereich können Besucher
ihre Recherchen durchführen und mithilfe der im Internet verfügbaren
Anwendungen von www.bibnetz.de die
erweiterten Mitgliedsfunktionen der Premiummitgliedschaft nutzen. Auch
eigene Recherchen lassen sich mit dem dortigen Internetzugang durchführen.
Im Gegensatz zu vielen Schulrechnern ist das Netzwerk nicht verschlüsselt
und erlaubt somit auch Besuche auf Social Media Seiten wie Facebook und
Co. Im Gegenteil: Auf Schildern neben den Rechnern liest man gar eine
klare Aufforderung ihnen ein „like“ auf Facebook zu hinterlassen.
Doch beginnen will ich hier mit dem, womit auch Herr Lützow im
PC-Bereich begann. Wir erörterten ein wenig die Vor- und Nachteile der
üblichen Recherchen der Schülerschaft, während Herr Lützow mithilfe
des Beamers die jeweiligen Seiten an die Wand projizierte. Die Namen
Google und Wikipedia fielen fast sofort. Kurz darauf kamen Informationen
wie man Googles Suchmaschine effektiver für die Suche einsetzen kann
und die Erwähnung mitsamt Erläuterung der sogenannten „Erweiterten
Suchoptionen“ von Google. Hierbei fanden z.B. die Begriffe/Optionen
„Zeitleiste“ und „mehr Text“ ihr Debüt.
|
|
|
|
|
|
Folgend war eine Erklärung über die Funktion des Suchportals der
Bibliothek und deren Funktion, ihre erweiterten Möglichkeiten und
einige zusätzliche Seiten, zu denen man über die
Premiummitgliedschaft der Bibliothek Zugang erhält. Diese Möglichkeiten
schließen die Suche nach Büchern durch Titel oder Stichworte ein.
Dabei kann man auswählen, in welchen Bibliotheken und evtl. auf
welchen, mit dem Internetportal der Bibliothek kooperierenden,
Seiten gesucht werden soll.
Mit Manninger wurde zu Beginn seiner Ausführungen eine Alternative zu
Wikipedia aufgezeigt, welche vielen Schülern vorher nicht vertraut
war. Im Gegensatz zu Wikipedia werden bei Manninger sämtliche
Informationen von Redakteuren und Fachleuten verfasst, geprüft und
erst anschließend freigegeben. Diese Seite löste bei unserer
Klasse eine kleine Diskussion über die Verlässlichkeit der auf
Wikipedia liegenden Daten und deren Richtigkeit aus - deren Ergebnis
wohl ein klares Unentschieden der beiden Portale darstellte.
Schließlich kam mit www.metropolbib.de eine weitere Internetseite der
Bibliothek auf der Beamerleinwand zum Vorschein. Auf dieser Seite
enthüllte uns Herr Lützow, dass die Bibliothek auch E-Books
verleiht, die man bequem zu Hause herunterladen und am PC lesen bzw.
einige Seiten auch ausdrucken kann. Wie uns berichtet wurde, ist die
digitale Lektüre mit einer speziellen Sicherung versehen, sodass
sie sich nach Ablauf der Ausleihfrist nicht mehr öffnen lässt.
|
|
|
|
|
|
Unsere letzte Aktion in der Bibliothek war es, das Gehörte anzuwenden.
Jeder suchte sich ein Buch, eine CD oder auch neuere Medien wie DVD oder
Blu-rays aus und suchte im System danach. War das gewünschte Medium
vorhanden, sollten wir es in der Bibliothek finden und anschließend
kurz von unseren Erfahrungen berichten. Ich fand mit Leichtigkeit einen
Roman und ein Fachbuch zu einem bekannten Musiker. Ebenso hatte kein Schüler
unserer Klasse Probleme mit dieser Aufgabe. Einige Zeit verstrich, bis
sich die Klasse zu einem positiven Resümee zusammenfand. Kurz darauf
verließen die meisten die Bibliothek mit dem Ziel der Heimkehr nach
einem anstrengenden Tag. Einige blieben noch, um sich in der Bibliothek
anzumelden - andere sogar um bereits erste Bücher auszuleihen.
So neigte sich unser Tag in der Bibliothek dem Ende zu. Mit dem Gedanken
welches Buch ich wohl als nächstes lesen würde, begab auch ich mich
auf den Weg zum Bahnhof. Zusammenfassend sei gesagt, dass der Besuch in der Bibliothek vor allem
sehr informativ war - zumal ich vorher noch nie in der Ludwigshafener
Bibliothek gewesen bin. Die Größe der Bibliothek, Auswahl und Vielfalt
der Bücher gepaart mit den freundlichen Mitarbeitern und dem stimmigen
Ambiente tragen zu einem guten Gesamteindruck bei.
|
|
|
|
|
|
Besonders die Möglichkeiten, seine Recherchen individuell auf die
Art und Weise der Anwendung abzustimmen, weiß zu überzeugen. Auch
wenn man gerade nicht für Schule, Studium oder Beruf etwas
herausfinden muss, gibt es massenweise Bücher zu Hobby, Musik und
Unterhaltung, welche den jährlichen Beitragssatz winzig erscheinen
lassen. Viele Leute meines Alters erzählten mir, sie würden nur
lesen, wenn es unbedingt für die Schule sein müsse: Für diese Schüler
gibt es gegen eine zusätzliche Leihgebühr auch Hörbücher und
Musik zum Ausleihen. Dadurch können sie ohne durch die ungewohnte
Anstrengung für die Augen in den Genuss wertvoller „Kulturschätze“
kommen und selbst in einer imaginären Welt die Geschichten,
Abenteuer oder auch Erzählungen verschiedener Personen miterleben. Im Text angesprochen habe ich den in den letzten Jahren
stattfindenden Wandel in Richtung Medien. Zu diesem würde ich an
dieser Stelle gerne eine eigene Meinung anführen: Obwohl das
gedruckte Buch immer mehr Konkurrenz von digitalen Medien bekommt,
wird es wohl - meiner Meinung nach - nie ganz vom Markt
verschwinden. Entsprechend ist eine Bibliothek für mich so etwas
wie der Hüter dieses wertvollen Guts.
Möge sich der Leser nun selbst eine Meinung zu den angesprochenen Themen
bilden. Sei es nun, indem er Medien wie die in der Bibliothek dazu
verwendet oder einfach nur ein wenig über dieses Thema sinniert.
verfasst
von: Jurij O., HBF C 11
|
Bilder
vergrößert
|
|
|
|
| |
|
|
|
 |